{Foodfotografie Tipps} Der Setaufbau

Foodfotografie Tipps

Das richtige Setting ist die halbe Miete für ein schönes Foodfoto. An dieser Stelle blicke ich gerne mal wieder zurück auf meine ersten Versuche als Foodblogger: Da habe ich nicht nur das Licht, das gerade eben da war genutzt, sondern auch den Tisch, den Boden, das Schränkchen oder die Küchentheke. Das war dann mein “Set”. Raus kam dann zum Beispiel sowas hier. Die guten Cupcakes wurden direkt an Ort und Stelle, am Nachmittag auf der schlecht beleuchteten Küchentheke verfotografiert. Schlimm. Aber so fängt man eben an.

Eine Lehre, die ich daraus ziehen kann: Meistens erzeugt man mit dem geringsten Aufwand eben nicht das beste Ergebnis.

Ich habe für den dritten Teil meiner Foodfotografie Tipps- Serie zurückgeblickt welche Tipps ich gerne zu Beginn meines Bloggerdaseins bekommen hätte, welche mir das Fotografieren erleichtert hätten, mir ratlose Vergleiche mit tollen Fotos erspart und mich mit meinen Fotos zufriedener gemacht hätten. Hier sind 10 Tipps für den Setaufbau bei der Foodfotografie.
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Outfit: Vom Bloggen leben?

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Im Mai, als ich gerade mitten in den Arbeiten an meiner Bachelorarbeit steckte, fasste ich den Entschluss meinen Blog auf die nächste Stufe zu heben. Immer öfter las ich davon, wie andere Blogger sich selbständig machten. Erst betraf das nur die Modeblogger. Nach und nach dann aber auch Food-, Reise- oder DIY-Blogger. Zu dem Club wollte ich auch gehören. Die Vorstellung vom Bloggen leben zu können und mein Hobby zum Beruf zu machen hat mich angetrieben. Kein festes Gehalt? Pff.. dafür den ganzen Tag kreativ sein. Kein geregelter Tagesablauf? Umso besser! Alle Widrigkeiten ignorierte ich. Und so informierte ich mich ganz eifrig über Gründungszuschüsse, Bilanzierungsmodelle, Workshops und Verdienstmöglichkeiten.

Wenn ich ehrlich bin, reifte die Idee ja schon länger: Seitdem ich für die ersten gut bezahlten Kooperationen angefragt wurde, keimte der Gedanke in mir: Vielleicht könnte ich davon tatsächlich leben? Ein bisschen mehr Konstanz, ein bisschen mehr Disziplin, Durchhaltevermögen, mehr Zeit und Energie für den Blog und das Ding könnte echt laufen.

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Also steckte ich im Mai enorm viel Energie in diese Idee. Ich wollte fünf Mal die Woche hochwertige Beiträge posten und versuchen, einen achtstündigen Arbeitstag in den Blog zu investieren. SEO, Werbung, Kundenaquise – ich wollte mich der Sache einmal probeweise so richtig widmen.

Ende des Monats hing ich meine Idee dann aber wieder an den Nagel. Vorerst.

Die Bachelorarbeit wurde sträflich vernachlässigt, weshalb ich das Projekt “Hauptberuflich Bloggen” erstmal wieder auf die Zeit nach dem Bachelor verschob. Dann kam das Volontariat. Keine schwere Entscheidung wie meine Wahl ausfallen sollte… Journalistin werden ist ein greifbarer Traum geworden. Hauptberuflich bloggen? Das war nach Ende meiner selbst auferlegten Probezeit erst einmal wieder vage. In einer trüben Suppe aus Zukunftsträumen nur ein undefinierbares Häppchen.

Mittlerweile bleibt natürlich kaum mehr Zeit den Blog auf die Spur zu bringen, von ihm einmal hauptberuflich leben zu können. Er wurde wieder zum Hobby degradiert, wobei er das ja schon immer war und mir das Bloggen wahrscheinlich auch nur deshalb noch immer so Spaß macht.

Nach vier Monaten in Festanstellung weiß ich gewisse Dinge zu schätzen. Der geregelte Tagesablauf ist goldwert. Das merke ich nach Jahren des “rumstudierens”. Endlich kann ich mich wieder auf meine Produktivität verlassen, muss mich nicht immer wieder antreiben zu lernen, statt die nächste Staffel House of Cards anzufangen. Dann das Gehalt, das jeden Monat pünktlich kommt und alle Ausgaben abdeckt ist ein Segen, genauso wie die Tatsache, sich auf etwas verlassen zu können, eine Aufgabe zu haben. Das gute Gefühl Feierabend zu haben und sich dann verdient allen schönen Dingen zu widmen. Die Kollegen, die man ins Herz schließt. Das alles würde in einer Selbständigkeit wegfallen. Feierabend? Gäbe es nie so richtig. Urlaub? Kann ich mir das überhaupt leisten? Aufgaben delegieren oder abgeben? An wen denn?!

Für mich steht fest: Die Annehmlichkeiten einer festen Anstellung übersteigen im Moment den Wunsch selbständig zu sein. Auch, wenn dies bedeuten würde, dass man von seinem Hobby leben könnte. Dass man sich eine ganz individuelle, eigene Einnahmequelle aufgebaut hat – und, dass man sein eigener Herr wäre.

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Vom Bloggen leben?
Vom Bloggen leben?
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Vom Bloggen leben?
Vom Bloggen leben?

Poncho – Espirt // Rock – H & M // Mütze – H & M // Schuhe – H & M / Lippenstift – MAC

Trotzdem: Ist es nicht schön, dass sich die beruflichen Möglichkeiten so flexibel entwickeln? Es gibt nicht mehr nur die gängigen Berufe, zwischen denen man wählen soll, wie bei “Spiel des Lebens”. Es gibt Alternativen ohne Ende. Sogar die Möglichkeit sich selbst einen Beruf zu erschaffen, der zu 100 Prozent passt. Ganz nach den eigenen Talenten, Bedürfnissen und Fähigkeiten ausleget. Ich finde, diese Freiheit ist ein riesen großer Luxus.

Vielen dank an Jana Lenner, die die wunderschönen Fotos geschossen hat.

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{Foodfotografie} Untergründe finden

Foodfotografie Untergründe finden

Als ich begann Foodblogs zu lesen, da habe ich ganz schön gestaunt über die vielen schönen Flächen, die Foodblogger in ihrem Zuhause so zur Verfügung haben. Ich dachte mir “Mensch, wenn ich nur auch so fotogene Tische, Wände und Böden hätte”. Wann immer ich versucht habe hübsche Foodfotos auf dem Esstisch zu machen, ging das granatenmäßig schief. Erstens, weil unser Esstisch nun Mal nicht die fotogenste Unterlage ist und zweitens, weil es ganz schön unpraktisch ist, wenn man beim shooten horizontal mit dem Oberkörper auf dem Tisch liegt und mit den Beinen in der Luft baumelnd versucht so viel wie möglich vom Motiv und so wenig wie möglich vom Esstisch auf´s Bild zu bekommen. Bei so einem 5 x 2 Meter Tisch findet man außerdem partout keinen Platz für das Stativ. Das war dann immer sehr frustrierend, weil das Fotografieren keinen Spaß gemacht hat und die Fotos dann auch danach aussahen.

Irgendwann ging mir dann dank der Aufklärung durch “Behind the Scenes”-Fotos, zum Beispiel bei Vera oder Stef, ein Licht auf und ich erfuhr, dass das Ganze nur Schummelei ist und die vermeintlichen fünfzig Tische in ablätternder Buntlack-Optik in Wahrheit nur hindrapierte Bretter sind. Mensch, war ich froh. Seitdem halte ich die Augen schön offen. Immer auf der Suche nach fotogenen Untergründen. Da sind wir nämlich schon beim ersten “Tipp”: Die besten Fotountergründe sind authentisch. Das heißt, nicht gekauft, nicht zurecht gemacht, nicht lackiert oder abgeschliffen, sondern einfach im Urzustand belassen. Ein paar weitere Tipps, zum Finden von Untergründen für die Foodfotografie, die ich seit meiner Erleuchtung angesammelt hab, gibt es heut. Außerdem verrate ich euch auch, welche Untergründe ich für meine Beiträge verwende. So habt ihr gleich Anschauungsbeispiele.

1. Baustellen plündern

Wenn ihr seht, dass irgendwo gebaut wird und sich vor der Baustelle ein lieblos hingeworfener Holzberg türmt, dann traut euch und fragt nach, ob das Holz noch gebraucht wird. Meistens landet das Meiste davon sowieso auf dem Sperrmüll und ihr dürft euch bedienen. Das mindert Müll und erweitert euren Bestand an Untergründen – zwei Fliegen mit einer Klappe. Yes!

Beispiele: Diese Schokotorte wurde zum Beispiel auf Platten fotografiert, die ich an einer Baustelle aufgegabelt habe.

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2. Tapeten oder Klebefolien

Da gibt es wirklich ganz tolle Optiken, die wie echt aussehen. Wenn ihr damit glattes, ebenes Holz beklebt, habt ihr eine tolle Unterlage. Verwendet dafür am besten ganz dünnes Holz, damit die Platten schön handlich sind und achtet auf alle Fälle auf die Qualität der Folie / Tapete. Sind Druckfehler drin, erkennt man auf den Fotos sofort, dass es sich um einen Print handelt.

Beispiel: In der Anfangszeit habe ich viel auf solchen Untergründen fotografiert. Aber auch aktuell mache ich das noch manchmal, zum Beispiel beim Rezept zur Pho. Platten mit schwarzer Folie überzogen habe ich zum Beispiel beim Rezept für die Walnussberge verwendet.

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3. Laminat Reste

Ich habe gehört, dass man im Baumarkt auch Laminat-Reste bekommt. Meist für kleines Geld. Das ist natürlich wie eine Einladung zum Zweckentfremden. Da sind wir auch wieder beim Thema “Bekanntschaft”. Oft nimmt man einzelne Laminat-Stücke ja zu Testzwecken mit und wirft sie, falls es nicht passt, danach weg. Dann kann das Teststück eurer Freudin, Mama, Tante etc. ja auch gleich an euch weitergereicht werden ;)

5. Alte Möbel zweckentfremden

Ich bin ja der Meinung, es gibt keine ausgedienten Möbel. Man kann aus allem noch etwas machen und wenn es “nur” ein hübscher Untergrund für Produkt- oder Foodfotos ist. Toll sind natürlich große, relativ dünne Holzplatten von z.B. Schrankfronten, Türen oder Tischen.

Beispiel: Beim Rezept für die gefüllten Quitten habe ich zum Beispiel eine alte runde Tischplatte benutzt. Ein gutes Beispiel sind außerdem die Shawarma-Wraps, die auf einer alten Dämmplatte fotografiert wurden.

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6. Fotographer´s Friend

Es gibt tatsächlich auch einen super DaWanda-Shop für Foto-Unter- und Hintergründe. Photographer´s Friend nennt sich der. Dort bekommt ihr für ungefähr 80 € schöne Untergründe, die sehr authentisch aussehen und sich sehr platzsparend zusammenrollen lassen.

Beispiel: Nicht nur für Foodfotos funktionieren die Unterlagen, auch für z.B. DIY-Beiträge, wie dieses Girlanden-Tutorial wo die Plane als Hintergrund fungiert.

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7. Die Bekanntschaft informieren

Eigentlich einer der besten Tipps: Streut in eurem Umfeld euren Wunsch nach alten Holzplatten. So mancher wird das zunächst komisch finden, aber das kann man ja ganz fix mit dem Herzeigen eines Foodfotos erklären. Wenn euer Umfeld nämlich von eurer Vorliebe für alte, neue, bunte und abgeblätterte Holzplatten weiß, dann landet wie von Zauberhand immer wieder mal eine alte Schrankwand, eine ausgediente Zaunlatte oder eine abmontierte Türe bei euch. Bei mir hat sich das schon bewährt und den ein oder anderen Untergrund konnte ich so schon in meinen Besitz bringen.

Tipp: Das Gleiche gilt auch für Besteck, Geschirr und Props im Allgemeinen. Da wandern vielleicht echte Schmuckstücke in euren Besitz. Dieser (zwecktentfremdete!) Kuchenständer im Topfentorte– Rezept ist zum Beispiel so zu mir gekommen. Genauso das Besteck aus dem Schokokuchen Post.

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8. Do It Yourself

Am Anfang, als ich noch kaum Untergründe hatte, habe ich mir damit beholfen, Untergründe selbst zu machen. Dazu habe ich dünne Spanplatten im Baumarkt gekauft und die bemalt. Wenn man das gut macht, kann das sehr schön sein. Bei mir hat man allerdings die Spanplatten-Optik durchgesehen was zu unschönen Mustern führte. Der zweite Versuch mit alten Zaunlatten hat besser funktioniert. Die hab ich vorher nämlich absichtlich nicht mit Alkohol gesäubert, wodurch die Latten beim Anstreichen eine unregelmäßige Struktur bekamen, was mir noch immer sehr gut gefällt. Verstärken kann man das auch, indem man einen sogenannten “Crackling-Lack”, einigen vielleicht noch von der guten alten Servietten-Technik bekannt, verwendet.

Beispiel: Beim DIY Betonvasen-Beitrag und dem Grapefruitsalat habe ich zum Beispiel die lackierten Bretter verwendet.

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9. Möbel nach Fotogenität wählen

Kommt manchen vielleicht überzogen vor, ich finde aber, man kann durchaus die Fotogenität von Möbeln in den Kaufentscheidungs-Prozess mit einbeziehen. Der neue Esszimmertisch für unsere Wohnung wird zum Beispiel nicht nur deshalb weiß sein, weil weiß uns gefällt, sondern auch, weil man darauf wunderbar (und praktisch) das Essen fotografieren kann. Und wieder zwei Fliegen mit einer Klappe ;)

Beispiel: Ich integriere gerne Lieblingsmöbel in Beiträge. Einer meiner Favoriten ist ein alter, angemalter Holzstuhl. Der kam zum Beispiel bei dieser zum Einsatz. Aktueller: der Stuhl war auch beim Naked Cake– Beitrag zu sehen.

10. Tonkarton

Als Hintergründe eignet sich auch Tonkarton. Vor allem wenn das Motiv weit entfernt vom Hintergrund ist und der eigentlich sowieso verschwimmt, fällt keinem auf, dass es sich um Pappe handelt. Ich habe ein kleines Set großer Tonkartons zuhause, weiß, zwei Grau-Töne, schwarz und ein helles blau. Die kann man dann nach Lust und Laune einsetzen und auch gut mal als Unterlage für ein schnelles Instagram-Foto nehmen. Auch Backpapier oder Butterbrotpapier eignet sich als Hilfe. Als Hintergrund, Untergrund oder Zusatzmaterial.

Beispiel: Den Cheesecake habe ich zum Beispiel auf Backpapier fotografiert. Was man im Hintergrund des Schoko-Nuss-Fudge sieht, ist weißer Tonkarton.

Foodfotografie Untergründe finden

Nach zwei Jahren Bloggen hat sich bei mir ein beachtlicher Fundus an Untergründen angesammelt. Ich war selbst erschrocken, als ich das alles so zusammen aufgetürmt hatte. Ich denke, irgendwann kommt der Zeitpunkt, da muss man dann doch auch wieder etwas ausmisten. Denn so Holzplatten fordern einfach unheimlich viel Stauram. Idealerweise hat man aber einen Keller oder Dachboden. Dort kann man die ganzen Untergründe ja gut lagern und je nach Rezept den passenden auswählen.

Das war nun Teil 2 meiner kleinen “Foodfotografie-Tipps”-Reihe. Im ersten Teil könnt ihr nochmal meine Tipps für´s Fotografieren im Winter nachlesen. Im nächsten Teil wird es dann wahrscheinlich ein bisschen um den Aufbau des Settings gehen. Außerdem folgt auch noch ein Beitrag zu meiner Foto-Ausrüstung. Ich hoffe der Beitrag war informativ für euch, lasst mir doch gern euer Feedback da :)

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{Blogging} Umzug zu WordPress Pro & Contra

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In den letzten Tagen war es von außen betrachtet sehr ruhig auf Bonny & Kleid. Unter der Oberfläche wurde aber viel gewerkelt. Ganz spontan bin ich nämlich mit Sack und Pack umgezogen. Von Blogger zu WordPress. Auf einen neuen Server mit eigenem Webspace und mehr Möglichkeiten. Lange habe ich mich gegen den Trend gesträubt, denn mittlerweile ist bereits jeder zweite Blog den ich lese zu WordPress übergelaufen, man spricht von mehr Möglichkeiten, mehr Professionalität, mehr Individualität und mehr Eigenständigkeit. Von allem ein bisschen mehr. Ich hingegen fühlte mich nie eingeschränkt mit der Plattform Blogger über die mein Blog zwei Jahre lang gehostet wurde. Im Gegenteil: Gerade die Einfachheit war vermutlich der Grund, weshalb das mit mir und dem Bloggen auch heute noch eine ganz große Leidenschaft ist.

Nach zwei Jahren fühlte es sich dann langsam an, als wären Bonny & Kleid und ich aus den Kinderschuhen rausgewachsen und bereit für neue Herausforderungen. Welche genau wusste ich lange nicht. Irgendwie war ich unzufrieden und brauchte frischen Wind für den Blog. Als ein Freund dann seine Hilfe anbot, beschloss ich spontan umzuziehen. Alles eingepackt und los.

Und ich muss ehrlich sagen: Ich habe es mir einfacher vorgestellt. Trotz kompetenter Hilfe und ein paar Vorkenntnissen war der Umzug dann kein Zuckerschlecken. Ihr habt ja keine Ahnung wie viele Nächte ich über dem Umzug, dem neuen Design, den vielen neuen Plugins, den verschiedenen Theme Files und Code-Schnippseln und der Frage was zur Hölle die alle bedeuten, gesessen habe. Ohne den eben erwähnten guten Freund, der sich in der Welt von php´s, Tag´s und classes weitaus besser auskennt als ich wäre ich vermutlich nach Tag eins in Embryonalhaltung, vor und zurückwippend in einer Ecke gehockt. Danke dafür, auch wenn ein Danke nach dem 500. sten Mal vermutlich nicht mehr so sehr zählt.

Ich weiß ja, dass unter den Bloglesern einige sind, die selbst bloggen. Vielleicht habt ihr sogar auch schon über einen Umzug von Blogger zu WordPress nachgedacht. Deshalb möchte ich es auch nicht versäumen euch ein wenig von meinen Erfahrungen zu berichten.

von-blogger-zu-wordpress-umziehen-tipps

Was auf euch zukommt, wenn ihr umzieht


* Zunächst müsst ihr ein wenig investieren. Und zwar in drei Dinge: Webspace, Server und falls ihr nicht bereits eine besitzt, in eine Domain. Informiert euch gut über Vor- und Nachteile der jeweiligen Anbieter, immerhin sind das die Grundpfeiler eures selbstgehosteten Blogs. Meine Domain habe ich zum Beispiel bei 1 und 1, wobei es sicher günstigere Anbieter gibt.

* Grundkenntnisse in html reichen für den Umzug meiner Meinung nach nicht aus, zumindest dann nicht, wenn ihr euer Theme individualisieren möchtet. Ich selbst habe die Anforderungen an meine Programmierkenntnisse gnadenlos unterschätzt. Dabei verweise ich nochmal darauf, dass ich fachkundige Hilfe hatte und habe. Ohne wäre ich wohl verzweifelt. Wer nicht so viel Glück hat: Bei Elmastudio findet ihr zum Beispiel gute Tutorials für WordPress-Einsteiger.

* Eine große Herausforderung für mich waren die verschiedenen Theme Files. Mit den ganzen function.php , style.css und content.php musste ich mich erst einmal anfreunden und bin immer noch dabei.

* Euer Design könnt ihr leider nicht mitnehmen, wenn dann nur in abgewandelter Form. Hattet ihr wie ich ein non-responsive Design, also eines, dass sich nicht an verschiedene Bildschirmgrößen anpasst, dann müsst ihr euch tatsächlich ganz schön umstellen, denn so ein responsive Design ist natürlich auch viel komplexer.

* Euren Content könnt ihr ganz einfach mit einem Plugin mit zu WordPress nehmen. Ich habe mich für das Blogger Importer Extended- Plugin entschieden und war sehr zufrieden. Alle Links, Kommentare, Beiträge und Bilder werden einfach von Blogger zu WordPress übertragen. Hier müsst ihr vor allem Geduld mitbringen. Je nach Content-Masse kann das einige Stunden in Anspruch nehmen.

* Die große Auswahl an Plugins ist Segen und Fluch zugleich. Gerade am Anfang ist man schnell mal überfordert von der Menge und der Frage: Was brauche ich wirklich? Vom Statistik-Tool über SEO-Plugins bis hin zu verschiedenen Widgets – ihr habt die Qual der Wahl. Der Zeitaufwand für das Einrichten und Auswählen der Plugins solltet ihr nicht unterschätzen.

* Bedenkt, dass euer Content nicht 1:1 so ankommt, wie er auf Blogger zu sehen war. Möglicherweise ist es nötig, jeden Beitrag einzeln noch einmal zu überarbeiten. Das kann ganz schön dauern.

* Englisch gut zu verstehen, ist auf jeden Fall ein riesen Vorteil, denn viele Plugins und Tutorials sind englischsprachig. Da jedes Mal nur Bahnhof zu verstehen kann zur zusätzlichen Geduldsprobe werden.

* Ein Risiko, dass euch bewusst sein sollte ist, dass ein Pfusch im Code des WordPress-Blogs ganz andere Ausmaße haben kann, wie der im Code des Blogger-Blogs. Mit wenigen Klicks könnt ihr hier das Design des Blogs regelrecht zerschießen und euren Blog auch mal komplett offline setzen.

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Mein Fazit bisher: Das kommt nach den ganzen Warnungen jetzt vielleicht überraschend, aber ich bin froh den Schritt gewagt zu haben. Die Masse an Plugins die zur Verfügung stehen, die unendlichen Möglichkeiten Designs zu kaufen und zu modifizieren, die vielen Freiheiten die einem bei WordPress offen stehen sowie die Chance den Blog auf ein professionelleres Level zu heben (bspw. durch responsive Designs, mehr Formatierungsmöglichkeiten und Plugins) waren die Mühen sicher wert. Der größte Vorteil für mich ist aber der Neustart. Wie das eben bei einem Umzug so ist, muss man erst einmal klar Schiff machen. Ausmisten, sortieren und optimieren für den Neustart. Das kann eine große Chance sein Dinge, die man am Anfang verbockt hat nun besser zu machen.Seid ihr zufrieden mit Blogger, fühlt euch selten oder nie eingeschränkt dann würde ich den Umzug zu WordPress nur empfehlen, wenn ihr euch wirklich gut auskennt oder Hilfe habt.

Nicht zu letzt hoffe ich natürlich, dass sich für euch als Leser mit dem Umzug nichts zum Schlechteren wendet. Gefällt euch denn das neue Design? Habt ihr selbst schon Erfahrungen mit dem Umzug zu WordPress gemacht oder überlegt es zu wagen?

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