Ich zeig euch, wie ich meinen modernen Sichtschutzzaun aus Lärchenlatten für einen Bruchteil des Handwerkerpreises selbst gebaut habe – mit Anleitung, Materialliste und echten Kosten.
Sichtschutzzaun aus Lärche selbst bauen: Meine Schritt-für-Schritt-Anleitung (inkl. Kosten)
Als ich die Angebote für meinen Traumzaun eingeholt habe, bin ich fast vom Stuhl gekippt. Mehrere tausend Euro für einen Sichtschutzzaun? Ich habe mich entschieden, den Zaun einfach selbst zu bauen – und es für einen Bruchteil des Preises hinzubekommen. In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie ich einen modernen Sichtschutzzaun aus Lärchenlatten mit senkrechter Beplankung gebaut habe – inklusive ehrlicher Kostenkalkulation.
Das lernst du in diesem Artikel:
- Wie du H-Pfostenträger einbetonierst
- Wie man einen schönen geraden Zaun trotz Geländegefälle hinbekommt
- Wie ich das Grundgerüst für den Zaun gebaut habe
- Welches Material ich verwendet habe
- Welchen Latten-Abstand ich für einen dichten Sichtschutz verwendet habe
- Was der Zaun am Ende wirklich gekostet hat
Warum ich meinen Sichtschutzzaun selbst gebaut habe
Der Markt für Sichtschutzzäune ist teuer – besonders wenn man sich für hochwertige Materialien wie Lärchenholz entscheidet. Fertige Systeme oder ein Handwerkerbetrieb können schnell 3.000 bis 5.000 Euro und mehr kosten. Mein Ziel war klar: einen modernen, langlebigen Zaun aus Lärche mit senkrechten Latten bauen – und dabei so viel wie möglich sparen. Das Ergebnis? Ein Zaun, auf den ich stolz bin, für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises.
Materialliste: Was du für einen Sichtschutzzaun aus Lärche brauchst:
Bevor du loslegst, solltest du alle Materialien zusammenhaben. Hier ist meine Liste:
- H-Pfostenträger für Kanthölzer 9 x9 cm, meine sind von Befestigungsfuchs
- Kanthölzer Lärche oder Douglasie 9×9 cm
- Querlatten Allwetterholz 12 Stück, 3 pro Feld
- Lärchenlatten senkrecht 50 x 25 mm ca. 120 Stück, schräger Kopf das sind meine Zaunlatten, die ich verwendet habe
- Schlossschrauben, Muttern, Unterlegscheiben zum Befestigen der Kanthölzer in den Pfostenträgern
- verzinkte Schrauben 5 x 50 mm ca. 400 Stück
- Wasserwaage, Richtlatte, Schnur
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Schritt 1: H-Pfostenträger einbetonieren – so geht’s richtig
Der erste Schritt ist die Basis für alles – und hier darf nichts schief gehen.
So betonierst du H-Pfostenträger mit Schnellbeton ein:
- Loch ausheben: Mindestens 60–80 cm tief, Durchmesser ca. 30 cm (je nach Bodenbeschaffenheit und Zaunhöhe).
- Pfostenträger positionieren und mit einer Wasserwaage exakt ausrichten – in beide Richtungen prüfen.
- Schnellbeton schichtweise einfüllen: Beton rein, Wasser dazu, kurz warten, dann die nächste Schicht – so wird es stabiler als in einem Guss.
- Nochmals ausrichten und 24–48 Stunden aushärten lassen.
- Tipp: Beim Betonieren immer wieder prüfen, ob der Träger noch grade steht – Beton verzeiht keine Korrekturen nach dem Aushärten.
Schritt 2: Kanthölzer einsetzen und bei Geländegefälle ausrichten
Unser Garten hat ein Gefälle – das macht die Sache etwas kniffliger, ist aber mit der richtigen Technik gut lösbar. Ich habe vier Kanthölzer aus Douglasie (9x9cm) im Baumarkt gekauft und die Bohrlöcher für die Schlossschrauben bereits an der Standbohrmaschine vorgebohrt und wegen des Gefälles später oben abgesägt.
So richtest du Kanthölzer bei einem Geländegefälle aus:
- Kanthölzer in die einbetonierten H-Pfostenträger einsetzen, aber noch nicht festziehen.
- Mit einer Schnur oben zwischen den Pfosten eine Hilfslinie spannen – auf exakt gleicher Höhe auf beiden Seiten.
- Anzeichnen, wo der obere Abschluss der Kanthölzer sein soll, sodass der Zaun oben waagerecht verläuft.
- Kanthölzer entsprechend abschneiden (Kappsäge) und dann mit Schlossschrauben, Unterlegscheiben und Muttern fest verschrauben.

Schritt 3: Querlatten anbringen – das tragende Gerüst für die Zaunlatten
Hier habe ich nach einer Umplanung nochmal nachgebessert: Die ursprünglichen Querlatten habe ich gegen stabilere Querriegel getauscht – denn daran sollen immerhin rund 150 Lärchenlatten befestigt werden. Pro Feld habe ich jeweils drei Querriegel verwendet: oben, in der Mitte und unten. Aus Kostengründen hab ich mich hier gegen Lärche entschieden.
Tipp: Bei drei Querriegeln hast du für jede Latte drei Befestigungspunkte – das gibt dem Zaun deutlich mehr Stabilität und verhindert, dass sich die Latten mit der Zeit verziehen.
Schritt 4: Lärchenlatten senkrecht befestigen – Abstand, Vorbohren, Verschrauben
Das ist der arbeitsintensivste, aber auch befriedigendste Teil. Hier entsteht sichtbar der Zaun.
Welchen Abstand zwischen den senkrechten Zaunlatten?
Für einen dichten Sichtschutz habe ich eine 1-cm-Latte als Abstandshalter verwendet. So hat jede Latte exakt den gleichen Abstand zur nächsten – das sieht ordentlich aus und geht schnell.
Warum Vorbohren bei Lärchenlatten Pflicht ist
Lärche ist ein hartes, harzreiches Holz. Ohne Vorbohren riskierst du, dass die Latten reißen oder splittern – besonders an den Enden. Das kostet kurz Zeit, erspart aber Ärger und Materialverlust.
Gleichmäßige Höhe mit Richtlatte sicherstellen
Ich habe oben eine Richtlatte als Anschlag angebracht – so haben alle Latten exakt die gleiche Höhe, ohne jedes Mal neu messen zu müssen. Jede Latte wird oben, in der Mitte und unten verschraubt.
Geländegefälle optisch abfangen
Weil unser Garten ein Gefälle hat, habe ich jeweils vier aufeinanderfolgende Latten mit der Kappsäge immer etwas kürzer gesägt. Das fängt die Steigung optisch auf – der Zaun wirkt dadurch stufenweise abgetreppt, was sehr sauber aussieht.
Wie weit auseinander sollen senkrechte Zaunlatten befestigt werden?
Das hängt davon ab, ob du einen vollständigen Sichtschutz möchtest. Mit 1 cm Abstand zwischen den Latten bleibt kaum Einblick – das entspricht einer typischen Sichtschutzkonfiguration. Wer etwas Luft möchte, wählt 2–3 cm.
Das Ergebnis: Moderner Lärchenzaun und was er wirklich gekostet hat
Der fertige Sichtschutzzaun aus Lärchenlatten mit senkrechter Beplankung sieht aus wie vom Profi – ist er aber nicht. Die Kombi aus dem naturgrauen Holz und einem Obstbaumspalier davor ist einfach wunderschön.
Kostenüberblick:
- H-Pfostenträger (Befestigungsfuchs): ca. 40–60 €
- Schnellbeton: ca. 20–30 €
- Kanthölzer Lärche 9x9cm: ca. 80–120 €
- Querriegel Lärche: ca. 50–70 €
- 150 Lärchenlatten: ca. 500 €
- Schrauben & Befestigungsmaterial: ca. 30–50 €
- Gesamt: ca. 700 – 1000 € (statt mehrere tausend Euro)
Vergraut Lärchenholz automatisch ohne Behandlung?
Ja! Lärche ist von Natur aus sehr witterungsbeständig und silbert unbehandelt über Zeit zu einem eleganten Silbergrau aus. Das ist eine der schönsten Eigenschaften dieses Holzes. Optional kannst du mit einem UV-Schutzöl behandeln, wenn du die helle Ausgangsfarbe länger erhalten möchtest.
Meine Top-5-Tipps für deinen DIY-Sichtschutzzaun aus Lärche
- Vorbohren nie überspringen: Gerade bei hartem Lärchenholz ist Vorbohren kein optionaler Schritt – es schützt das Holz und spart am Ende Zeit.
- Lieber stabilere Querriegel nehmen: Ich habe das zweimal gelernt: das Upgrade auf stabilere Querriegel lohnt sich definitiv.
- Richtlatte von Anfang an anbringen: Dieser kleine Trick spart enorm viel Zeit und sorgt für ein perfektes Bild.
- Bei Gefälle in Gruppen sägen: Jeweils 4 Latten mit gleichem Zuschnitt sägen und dann stufenartig montieren – das sieht sauber aus und geht schnell.
- Qualität bei Pfostenträgern nicht sparen: Der Pfosten ist die Basis für alles. Hochwertige H-Träger sind die Investition wert.
Fazit: Sichtschutzzaun selbst bauen lohnt sich – wirklich
Wer handwerklich nicht komplett ungeschickt ist und sich ein bis zwei Wochenenden Zeit nimmt, kann einen modernen Sichtschutzzaun aus Lärchenlatten für einen Bruchteil des Handwerkerpreises selbst bauen. Mein Ergebnis macht mir jeden Tag Freude – und das Obstbaumspalier davor wird im Frühling wunderschön blühen.
Hast du Fragen zur Umsetzung? Schreib sie gerne in die Kommentare – und folge mir gern auf Instagram für weitere DIY-Projekte und Updates.







