{Foodfotografie Tipps} Der Setaufbau

Foodfotografie Tipps

Das richtige Setting ist die halbe Miete für ein schönes Foodfoto. An dieser Stelle blicke ich gerne mal wieder zurück auf meine ersten Versuche als Foodblogger: Da habe ich nicht nur das Licht, das gerade eben da war genutzt, sondern auch den Tisch, den Boden, das Schränkchen oder die Küchentheke. Das war dann mein “Set”. Raus kam dann zum Beispiel sowas hier. Die guten Cupcakes wurden direkt an Ort und Stelle, am Nachmittag auf der schlecht beleuchteten Küchentheke verfotografiert. Schlimm. Aber so fängt man eben an.

Eine Lehre, die ich daraus ziehen kann: Meistens erzeugt man mit dem geringsten Aufwand eben nicht das beste Ergebnis.

Ich habe für den dritten Teil meiner Foodfotografie Tipps- Serie zurückgeblickt welche Tipps ich gerne zu Beginn meines Bloggerdaseins bekommen hätte, welche mir das Fotografieren erleichtert hätten, mir ratlose Vergleiche mit tollen Fotos erspart und mich mit meinen Fotos zufriedener gemacht hätten. Hier sind 10 Tipps für den Setaufbau bei der Foodfotografie.
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{Foodfotografie} 10 Tipps fürs Fotografieren im Winter

Fotografieren im Winter Tipps

Es muss letzte Woche gewesen sein, da wollte ich Vanillekipferl für den Blog fotografieren. Ich hatte den Nachmittag frei, habe also so um 15 Uhr das ganze Setting vor dem Fenster aufgebaut. Die Kamera stand fertig eingestellt auf dem Stativ und ich habe die ersten Testfotos geschossen: Einstellungen passten, es konnte losgehen. Aber irgendwie war ich mit den Fotos nie ganz zufrieden, habe alles hin und hergeschoben, neu ausgerichtet, ausprobiert und wieder umgeworfen. Es muss bestimmt halb fünf gewesen sein, als ich alles wieder zusammengepackt habe. So Tage gibt es ja, da dauert alles ein wenig länger, man ist nicht zufrieden und aus “kurz mal was fotografieren”, wird eine Geduldsprobe. Später am PC dann der Schock: Die Fotos waren natürlich alle gnadenlos unterbelichtet, versanken in nichtssagendem Grau.Das ist nur eines der Probleme, mit denen man sich beim Fotografieren im Winter rumschlagen muss. Das Licht ist nicht nur knapp, es verschwindet auch so schnell, dass man es manchmal nicht einmal merkt. Und schwupps ist es stockfinster. Es ist zum Haare raufen und ohne ein paar Tricks und Kniffe geht es kaum. Die 10 hilfreichsten, die ich mir in den letzten zwei Jahren so angeeignet habe, möchte ich euch heute an euch weitergeben.

1. Stimmung erzeugen 

Macht euch das fehlende Licht zu eigen und erzeugt doch mal eine schummrige Stimmung mit wenig Licht oder mit Kerzen oder Lichterketten. Gerade bei Plätzchen- oder Weihnachtsrezepten kann das sehr stimmungsvoll wirken. Umso mehr die Lichter dabei im Hintergrund in der Unschärfe verschwinden, umso schöner sieht es aus, denn die Kerzen bilden dann ein sogenanntes “Bokeh”, was ihr sicher von vielen Bildern kennt (diese runden Lichtpunkte). Bei dunklem Setting (also z.B. schwarzen oder dunkelgrauen Untergründen) kann auch wenig Licht toll aussehen. Dann aber unbedingt ein Stativ verwenden und lang belichten, damit das Foto trotz wenig Licht scharf wird.

Fotografieren im Winter Tipps

2. Blitzen

An die Decke blitzen kann die Lichtsituation ein klein wenig retten. Dafür habe ich extra eine Vorrichtung mit der man den Blitz auf den Boden oder den Tisch stellen kann. Indem ich an die Decke, statt direkt auf das Objekt blitze, wird nur die gesamte Lichtsituation etwas heller und das Motiv nicht zu stark angeleuchtet. Beim Fotografie-Workshop im Glade Winter Loft wurde uns sogar geraten, gleich zwei Blitze zu benutzen. So kann man sich auch wunderbar eine Art “Lightbox” bauen. Dafür könnt ihr zum Beispiel Stoffe oder andere leicht durchscheinende Materialen als Dämpfer für das Blitzerlicht verwenden, dadurch entsteht eine Art Softbox und das Blitzerlicht fällt schön weich auf euer Motiv.

3. Weißabgleich bei Kunstlicht 

Weißabgleich ist das Zauberwort, wenn ihr bei Kunstlicht fotografiert. Ihr könnt den Weißabgleich direkt an der Kamera einstellen oder nachträglich korrigieren. Fotografiert am besten in RAW (Rohdateiformat), das könnt ihr bei eurer Kamera individuell einstellen. Das hat den Vorteil, dass ihr eure Fotos ohne Qualitätsverlust nachbearbeiten könnt und das ist – gerade bei schlechten Lichtverhältnissen – das A und O.

4. Tageslicht immer vorziehen 

Versucht, sofern es euch möglich ist, das Tageslicht zu nutzen. Ich weiß, das ist gerade Mangelware und vor allem, wenn man arbeitet fast unmöglich zu erwischen, dennoch: Tageslicht kann keine Lichtquelle toppen. Am besten ist es, wenn ihr sogar draußen fotografiert, das Licht kommt da direkt von oben und man kann unschöne Schatten optimal vermeiden (das beste Wetter für´s Freiluft-Fotografieren: bedeckter Himmel, bei strahlendem Sonnenschein habt ihr nämlich nur wieder unschöne Schatten).

Fotografieren im Winter Tipps

5. Lichtstarkes Objektiv nutzen

Gerade für den Winter lohnt sich die Anschaffung eines lichtstarken Objektivs. Festbrennweiten sind dabei eine tolle Möglichkeit. Lichtstark bedeutet, dass die Blende sehr weit geöffnet werden kann, bis zum Wert 1,8 bei meinem Objektiv, bei noch besseren auch bis 1,4 oder 1,2.  So fällt besonders viel Licht ins Objektiv.

6. Mit Stativ fotografieren

Im Winter ist ein Stativ fast unerlässlich. Es gibt die Faustregel, dass man ein Foto bis zu einer Belichtungszeit von 1/60 verwacklungsfrei schießen kann. Das heißt alles was darunter liegt kann man mit der Hand nicht mehr so ruhig halten, dass das Foto scharf wird. Wenn ihr also, durch schlechte Lichtverhältnisse weiter runter mit der Belichtungszeit müsst, ist ein Stativ ideal, da die Kamera da ruhig genug steht um auch mit längeren Belichtungszeiten noch gute Fotos zu liefern.

7. ISO-Wert in die Höhe treiben

Eine Möglichkeit um ohne Stativ helle Fotos zu bekommen ist der ISO-Wert. Umso weiter ihr den hochtreibt, umso körniger wird das Foto, deshalb ist es natürlich immer empfehlenswert ihn weit unten zu lassen. Ich fotografiere zum Beispiel meistens mit einem ISO von 100-200 (sofern ich ein Stativ zur Hand habe). Wenn es die Situation erfordert und ihr vielleicht nur einen kurzen Schnappschuss eures Essens haben wollt, dann bietet es sich an den ISO etwas hochzufahren, zum Beispiel auf 800.

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8. Bildbearbeitung richtig nutzen

Die Bildbearbeitung zu nutzen ist im Winter fast unerlässlich. Ich mache den Weißabgleich meistens in Lightroom und bearbeite das Bild dann in Photoshop weiter, zum Beispiel mit der Tonwertkorrektur oder den Gradiationskurven. Im Bild unten könnt ihr sehen, was für einen immensen Unterschied das oft ausmacht, wenn das Bild mal gnadenlos unterbelichtet ist. Das passiert zum Beispiel, in Situationen, wie der die ich ganz am Anfang beschrieben hatte. Dann hilft nur noch Photoshop. Meist regle ich da auch noch etwas an der Sättigung, denn wie ihr beim unterbelichteten Bild seht ist von den ehemals strahlenden Farben kaum mehr was übrig…

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9. Kameragriff für verwacklungsfreie Bilder

Noch ein Tipp für verwacklungsfreie Fotos bei wenig Licht: Umso länger die Belichtungszeit ist, umso heller werden die Fotos. Das Problem, wie bereits erwähnt: Ist sie länger als 1/60 (liegt der Wert also darunter) könnt ihr eure Kamera nicht mehr ruhig genug halten, um ein scharfes Foto zu bekommen. Ich habe die Erfahrung gemacht: Umso schwerer die Kamera ist, umso leichter ist es, die Kamera ruhig zu halten. Deshalb rate ich euch auch, einen Kameragriff zu kaufen. Der ist ja eigentlich dazu da, dass die Kamera länger in Gebrauch sein kann, denn der Griff beherbergt zwei zusätzliche Akkus. Der zweite, nicht so offensichtliche Vorteil ist eben, dass die Kamera mehr Gewicht bekommt, wodurch ihr bei schwierigen Lichtverhältnissen, langen Belichtungszeiten und in Ermangelung eines Stativs auch so noch relativ gut verwacklungsfreie Bilder schießen könnt.

10. Vorhandenes Licht reflektieren

Wenn ihr eine Lichtquelle, wie ein Fenster, gefunden habt, stellt sich noch die Frage: Wie die unschönen Schatten vermeiden? Da lohnt sich ein Reflektor. Den stellt ihr gegenüber der Lichtquelle auf und reflektiert so das Licht, dass Schatten abgemildert werden. Dafür zweckentfremde ich meistens Styropor oder Alufolie. Seit neuestem habe ich die weißen Rückseiten von ausgedienten Plakaten für mich entdeckt. Man kann das natürlich dauerhaft mit solchen DIY-Varianten lösen, ein professioneller Reflektor ist allerdings nicht einmal sehr teuer, die Anschaffung lohnt sich da also auf alle Fälle.

Fotografieren im Winter Tipps

Zum Schluss zeige ich euch noch, wie ein selbstgemachtes kleines Studio im Winter (aber auch in jeder anderen Jahreszeit) aussehen kann. Für so ein “Studio” brauche ich meistens drei Stühle mit Lehnen. Die stelle ich dann so auf, dass ich auf den mittleren die Unterlage platzieren kann und an den Lehnen hinten die Rückwand platzieren kann. Dafür verwende ich häufig Tonkarton, den man ja in jedem Bastelladen für wenig Geld bekommt. Die Seite, von der das Licht (Fenster) kommt, bleibt frei, auf der anderen Seite werden an die Stuhllene die reflektierenden Flächen gelehnt. In diesem Fall sind es weiße Plakate, ideal wäre natürlich ein Reflektor.

Fotografieren im Winter Tipps

Nun interessiert mich natürlich vor allem eins: Wie fotografiert ihr im Herbst und Winter? Habt ihr auch Tipps & Tricks auf Lager? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, wie ihr das Problem mit dem Lichtmangel löst. Und jetzt wünsche ich euch allen einen schönen dritten Advent mit viel Gemütlichkeit, Tee und Plätzchen ♥

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